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Open•Close III / Kunstwerke / Biografie Jiang & Liu

Open • Close II 
-- Jiang Shan und Liu Bin

Dauer: 19.04.2010 - 06.05.2010

open close III

Jiang Shan

Wer in der westlichen Welt von Veduten-Malerei hört, der denkt an die frühen von Johann Gregorius Höroldt bemalten Meissner Porzellan-Service, die die­ser mit feinen Chinoiserien versah, oder an die stolzen Vasen der König­lichen Porzellan-Manufaktur Berlin aus der Zeit des Klassizismus, auf denen begna­dete Maler mit sensiblem Pinselstrich Stadtmalereien festhielten, die uns heute noch als zuverlässige Zeugen der damaligen Zeit dienen können. Ganz anders nehmen sich die „Veduten“ aus, die der chinesische Maler Jiang Shan auf seinen Werken festhält: Sie stellen künstlerische Reflektionen einer stets fortschreitenden Urbanisierung der chinesischen Gesellschaft dar. Denn scharfsinnig hinterfragt Jiang Shan die durch herausragende architektonische Bauwerke geprägten Silhouetten verschiedener Metropolen Chinas in seinen Werken. Wie die Berggipfel des renommierten Landschaftsmalers Fan Kuan (10. -11. Jahrhundert) stehen die Sammlungen von Wolkenkratzern jeweils in der Mitte der Bilder, die so auf die Kernfragen des modernen Chinas hinweisen: Dem Verhältnis zwischen Stadt und Natur. Als „Stadtlandschaften“ könnte man die Werke des 1981 in Guangdong geborenen Künstlers bezeichnen; wären da nicht die grandiosen Aussparungen eines Hintergrunds, der nicht mehr und nicht weniger als genau dies sein will: Ein farblicher Rahmen, von dem das Dargestellte immer wieder klar absticht. Seit 2006 sind seine Werke vor allem in den Hauptstädten Chinas, darunter Peking, Hongkong, Shanghai, Shen­zhen und Guangzhou (Kanton) zu sehen, ferner wurden einzelne Werke von ihm in New York ausgestellt.

 

Liu Bin

Unter dem Pinsel des 1981 in Guangzhou (Kanton) geborenen Malers Bin Liu entstehen immer wieder seltsam traditionell anmutende, dahin wandelnde, zerstreute Menschenfiguren, die sich auf seinen Bildern irgendwo außerhalb von Stadtmauern sammeln. Sie stammen entweder aus den von Zeduan Zhang (1085-1145) gezeichneten Stadtszenen der Hauptstadt Bianjing der nördlichen Song Dynastie (960-1127) oder vielleicht aus der durch Krieg ver­wahrlosten Stadt Peking in der Republik-Zeit (1911-1949). Alles, was eigentli­ch fest und massiv erscheinen sollte, erscheint bei ihm illusorisch und phantom­haft, als sei es irgendwie aus der wirklichen Welt suspendiert. Dabei hat seine Technik durchaus Substanz. Im Jahr 2004 absolvierte er in der Abteilung für Öl-Malerei an der Kunstakademie von Guangzhou sein Studium der Öl-Malerei und hatte seitdem Ausstellungen in New York, Taipei, Peking, Shanghai und wiederholt in seiner Heimatstadt Guangzhou.